Ein lebensraumorientiertes Angebot am Schulcampus Lebach

Micha - Kirche meets Campus

ist ein lebensraumorientiertes, pastorales Projekt am Schulcampus Lebach. Es möchte
lebensnah, unterstützend, stärkend, liebend und heilsam auf dem Campus Lebach wirken.

„MICHA" ist ein schulpastorales Angebot in Trägerschaft der katholischen Schulseelsorge und des Dekanates Dillingen. Wesentlich für seine Arbeit ist die Einbindung vieler Kooperationspartner, v.a. der evangelischen Kirchengemeinde Lebach-Schmelz und der fünf Schulen auf dem Campus, darüber hinaus z.B. der Katholischen Gehörlosenseelsorge, der "Inklusiven Seelsorge" des Bistums Trier, der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral, der Schulsozialarbeit etc.

 

"Lebensraumorientiert" meint:

Tagtäglich kommen ca. 2300 Schüler/-innen aus sechs verschiedenen Schulen auf den Schulcampus, außerdem Lehrer/-innen, Eltern und weitere Mitarbeitende. Obwohl sie nicht hier wohnen, verbringen sie einen wichtigen Teil ihres Lebens in diesem „Lebensraum“. Auf die Bedürfnisse dieser Menschen ausgerichtet sind die Aktivitäten und Formate des Projektes. Das Projekt denkt „Von diesen Menschen her“ (– und nicht von den Bedürfnissen der Institution Kirche).

Mitwirkung

Um dies sicherzustellen, werden die verschiedenen Gruppen auf dem Campus möglichst breit eingebunden, wenn neue "Formate" entwickelt werden oder Aktivitäten geplant und durchgeführt werden. Oft arbeiten in unseren Planungsteams Jugendliche mit, für die jeweilige Aktion durchgeführt wird. Diese „Partizipation“ ist für uns unverzichtbar.

 

In der Startphase des Projektes 2013 gab es Gespräche mit über 300 Schüler/innen verschiedener Schulformen und unterschiedlichen Alters. Dort erzählten sie davon, was sie interessiert, was sie belastet, wie sie „ticken“ und was sie brauchen („Erkundungsphase“). Und aus diesen Aussagen entwickelten sich unsere Angebote und „Formate“ – und entwickeln sich zusammen mit den Jugendlichen immer weiter.

 

"Formate" und Aktivitäten

Eines der Themen, die in der Erkundungsphase mit den Schüler/innen am deutlichsten sichtbar wurden, war das Thema "Stress und Überlastung". Daraus haben sich inzwischen als offenes Angebot die "Couchtage" einmal pro Schulhalbjahr fest etabliert.

Ein weiteres Thema waren die "Mauern", die auch innerhalb des Schulcampus wahrgenommen wurden: Abgrenzungen zwischen Schüler/innen verschiedener Schulen. Daraus sind z.B. die "Begegnungstage" und später die Initiative „Hand in Hand“ zwischen der Ruth-Schaumann-Schule (Gehörlose) und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium erwachsen, die mit großem Engagement zusammen mit Lehrer/innen und Schüler/innen beider Schulen gestaltet werden. Für dieses inklusive Engagement ist Micha schon mehrfach ausgezeichnet worden.

Die Gesprächsmodule "Tod und Trauer" und „Identität“  richten sich an Klassen, um in einem geschützten und unterstützten Rahmen diese oft tabuisierten oder schwierigen Themen in kleinen Gruppen zur Sprache bringen zu können. Beide Angebote hatten eine große und sehr positive Resonanz bei beteiligten Schülerinnen und Schülern.

Für neue Unterstufen-Schüler auf dem Schulcampus sind mit Walderkundung und adventlichem Nachmittag sowohl Angebote der Begegnung als auch die spirituellen Impulse „Haltepunkt“ konzipiert. Hier sind jeweils mindestens zwei Schulen beteiligt, und so bieten sie für Schüler und Schülerinnen einen Raum, über den eigenen Klassenverband hinaus Gemeinschaft zu erleben.

Jährlich als Gemeinschaftsprojekt der Schulen werden die wird der Jugendkreuzweg mit verschiedenen Kreativ-Stationen konzipiert.

Beim „Zwischenstopp“ treffen sich Lehrer und Lehrerinnen in ihrer unterrichtsfreien Zeit in gastlichem Rahmen zu lockerem Austausch und Entspannung.

 

 

Ehrenamtliches Engagement

Das „Projekt MICHA – Kirche meets Campus“ lebt vom ehrenamtlichen Engagement Vieler.

Neben der bezahlten Arbeit (Stundenanteile von drei hauptamtlichen Seelsorger/innen des Bistums Trier) gab es schon 2016 ein enormes ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Veranstaltungen, Einzelprojekten und Formaten:

31 Schüler/innen ließen sich motivieren, an Planungstreffen teilzunehmen und bei den Aktivitäten verantwortliche Rollen zu übernehmen. Insgesamt leisteten sie ca. 290 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

12 Erwachsene – meist Lehrer/innen an einer der Schulen – arbeiten in ihrer Freizeit unbezahlt in den verschiedenen Praxis- und Projektgruppen mit und bringen ihre pädagogische Fachkompetenz mit ein. Sie leisteten 2016 ca. 180 Stunden ehrenamtliche Arbeit – nicht gerechnet die persönliche Vor- und Nacharbeit.

Beides ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass Stress und Leistungsverdichtung oft als eines der großen Probleme des Systems Schule genannt werden.